Pflegeeltern gesucht!

Derzeit leben über 3.000 Hamburger Kinder und Jugendliche außerhalb ihrer Familien, weil sie von ihren Eltern nicht ausreichend versorgt, gefördert und erzogen werden können.

Ein Großteil dieser Kinder sind in Wohngruppen oder Heimen untergebracht, etwa ein Drittel lebt in Pflegefamilien.

Damit künftig mehr Kinder als bisher die Chance bekommen, in der Geborgenheit einer Familie statt im Heim aufzuwachsen, suchen wir möglichst viele Eltern in Hamburg und im Umland, die bereit und in der Lage sind, fremden Kindern ein neues Zuhause zu geben.

Vielleicht gehören Sie ja zu denen, die ein Kind bei sich aufnehmen möchten? Oder Sie kennen in Ihrem Verwandten- oder Bekanntenkreis Menschen, die sich über ein neues Familienmitglied freuen würden?

 

 

 

Erste Informationen für Pflegeeltern und solche, die es werden wollen

Mit einem Klick auf das Bild gelangen Sie zur Informationsbroschüre.

Um welche Kinder geht es?

Es geht vor allem um die Kinder und Jugendlichen zwischen 0 und 14 Jahren, die bereits seit einiger Zeit in sozialpädagogischen Wohngruppen leben und für die eine Pflegefamilie bessere Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen kann.

Diese Kinder sind in ihrer Familie in Not geraten. Die Eltern haben sie nicht zuverlässig versorgt, zum Teil sind sie geschlagen, eingesperrt oder missbraucht worden. Häufig haben diese Kinder Misstrauen und Angst in menschliche Beziehungen entwickelt. Pflegeeltern können die wertvolle Aufgabe übernehmen, diesen Kindern wieder familiäre Geborgenheit, Sicherheit und Vertrauen zu geben.

Im Vordergrund stehen ganz besonders

  • Kinder zwischen 3 und 14 Jahren (manchmal auch jünger)
  • Kinder, die nach einiger Zeit zu ihren Eltern zurückkehren
  • Kinder, die an körperlichen oder psychischen Erkrankungen leiden

Für diese Kinder ist es besonders schwierig, geeignete Pflegefamilien zu finden.

 

Was müssen Pflegeeltern mitbringen?

Pflegeeltern sollten vor allem:

  • Geduld haben und belastbar sein,
  • eine positive Lebenseinstellung haben,
  • kommunikations- und lernfähig sein,
  • damit leben können, dass nicht alles und vor allem die Kinder nicht perfekt sind,
  • in ein intaktes soziales Netz eingebettet sein,
  • Erfahrung im Umgang mit Kindern haben,
  • dazu bereit sein, sich im Umgang mit Kindern fortzubilden,
  • die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der Pflegeelternberatung und der Herkunftsfamilie haben.

Sie benötigen außerdem ausreichenden Wohnraum, wirtschaftliche Stabilität, eine gute Gesundheit und ausreichend freie Zeit für ein bzw. ein weiteres Kind.

 

Wie lange bleibt ein Pflegekind in der Familie?

Das ist in jedem Einzelfall unterschiedlich. Viele Pflegekinder leben über mehrere Jahre, manchmal bis zur Volljährigkeit und darüber hinaus bei den Pflegeeltern.

In solchen dauerhaften Pflegeverhältnissen leben Kinder, deren Eltern für längere Zeit die Verantwortung für ihre Kinder nicht selbst tragen können, weil sie zum Beispiel psychisch krank sind, eine Suchterkrankung haben oder das Kind geschlagen oder missbraucht haben.

Manche Kinder bleiben für kurze Zeit in der Pflegefamilie, weil es nur einer kurzen Übergangszeit bedarf, bis die krisenhafte Situation im Elternhaus beendet ist. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Eltern für einen bestimmten Zeitraum im Krankenhaus oder zur Kur waren.

Es gibt Pflegekinder, die weiterhin Kontakt zu ihren leiblichen Eltern halten und das mit dem Ziel, zu ihnen zurückzukehren. Alle Pflegefamilien haben die Aufgabe, nach Möglichkeit die Kontakte zwischen dem Pflegekind und seinen Eltern zu erhalten bzw. diese mit Unterstützung der Pflegeelternberatung wiederherzustellen.

 

Welche Unterstützung erhalten Pflegeeltern?

Mit der Pflegeelternberatung sind besondere Fachdienste betraut, die Pflegefamilien während der Vorbereitung auf diese Aufgabe, während der Vermittlung des Kindes und in der Zeit des Zusammenlebens mit dem Pflegekind informieren, beraten und unterstützen.

Pflegeeltern haben die Möglichkeit, an besonderen Schulungen und Fortbildungsveranstaltungen teilzunehmen. Zum 1. Januar 2007 wurde in Hamburg eine verbindliche Grundqualifizierung für Pflegeeltern eingeführt. Diese besteht aus zwei Seminarblöcken mit jeweils fünf Abenden.

Das Jugendamt zahlt Unterhalt für das Pflegekind. Ergänzend bekommen die Pflegeeltern Anteile des Kindergeldes und einen Beitrag zu den Kosten der Erziehung.

 

Was ist der Unterschied zur Adoption?

Mit der Adoption erhalten Adoptiveltern die rechtliche Stellung von leiblichen Eltern, sie übernehmen dauerhaft alle Rechte und Pflichten für das adoptierte Kind. Sie sind damit sorgeberechtigt und tragen den Unterhalt für das Kind selbst.

Bei Pflegekindern dagegen verbleibt das elterliche Sorgerecht häufig ganz oder in Teilen bei den leiblichen Eltern oder es wird durch einen Vormund oder Pfleger wahrgenommen. Die Pflegeeltern können Entscheidungen treffen, die das alltägliche Leben der Pflegekinder regeln. Bei wichtigen Entscheidungen müssen die leiblichen Eltern oder der Vormund und der Pfleger einbezogen werden.

Unabhängig von ihrer rechtlichen Stellung in ihrer neuen Familie haben Adoptions- und Pflegekinder Herkunftseltern. Und die Auseinandersetzung damit kann im Laufe ihres Lebens zu Identitäts- und Loyalitätskonflikten führen.

 

Wie wird man Pflegeeltern?

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann sehen Sie sich die Hamburger Pflegeeltern-Broschüre an, in der weitere Informationen zusammengestellt sind.

Anschließend steht Ihnen die Zentrale Pflegestellenvermittlung unter (040) 428 11 - 36 47 für weitere Fragen zur Verfügung. Hier erfahren Sie auch, wo und wann Informationsveranstaltungen stattfinden.

Wenn Sie möchten, können Sie sich auch individuell in einem persönlichen Beratungsgespräch informieren. In diesem Fall wird man Ihnen einen Termin mit einer Beraterin oder einem Berater aus der Pflegestellenberatung in Ihrem Bezirk anbieten.

Wenn man dort feststellt, dass Sie als Pflegemutter oder -vater in Frage kommen, werden Sie in einer Liste zur Verfügung stehender Pflegeeltern aufgenommen und benachrichtigt, wenn ein Kind vermittelt werden soll.

Ist dies der Fall, hilft das Jugendamt beim Kennenlernen. Aber auch während des späteren Zusammenlebens mit Ihrem Pflegekind unterstützen sie die Beraterinnen und Berater der Pflegeelternberatung

 

 

Unterstützende Vereine

PFIFF e.V.

Holsteinischer Kamp 80          22081 Hamburg       

040-41 09 84 60

www.pfiff-hamburg.de

 

Freunde der Kinder e.V.

Fuhlsbüttler Straße 769           22337 Hamburg        

040-59 49 00

www.freunde-der-kinder.de